Das "Nordische Modell"
Das Nordische Modell
Schweden hat es vorgemacht
Seit 1999 gilt in Schweden das generelle Verbot von jeglichem Kauf sexueller Handlungen. Prostitution wird als Gewalt gegen Frauen wahrgenommen.
Mittlerweile wurde das Nordische Modell auch in Kanada, Norwegen, Island, Irland, Israel und Frankreich eingeführt und man versucht damit auch gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution anzukämpfen.
"Für den Einstieg in die Prostitution kommen in den allermeisten Fällen vier Faktoren zusammen: die Frauen sind sexuell vortraumatisiert, sie befinden sich in einer ökonomischen Notlage, es gibt oft eine dritte Person, die ihnen "beim Einstieg" hilft (und dann auch profitiert) und sie haben in einer sexistischen Gesellschaft bereits eine Abwertung als Frau erfahren", sagt Huschke Mau, eine deutsche Frau, die selbst 10 Jahre in der Prostitution arbeitete.
Sie behauptet auch, dass Übergriffe gegen nichtprostituierte Frauen sich nicht verhindern lassen, indem man Prostitution gestatte. Im Gegenteil: in Gesellschaften, in denen sich Prostitutionsnutzung als Teil des Männlichkeitsnormativs erweist, gibt es deutlich mehr Übergriffe.
Prostitution geht uns alle an, denn es sind unsere Brüder, Freunde, Ehemänner, Kollegen und Chefs, die Kunden sind, und mit denen wir zusammenleben müssen.
Die Freier haben gelernt, dass es mitunter okay ist, mit einer Frau zu schlafen, die eigentlich nicht will, oder Sexpraktiken auszuüben, bei einer Frau, die nicht nein sagen kann oder darf....
Das Frauenbild, das durch die Prostitution generiert wird, betrifft uns alle ohne Ausnahme.
Mehr Legalisierung bedeutet mehr Nachfrage - und die muss befriedigt werden, was bedeutet, es wird, so oder so, freiwillig oder nicht, mehr Angebot herangeschafft - mittels Menschenhandels - mittels Zwangsprostitution...
Ist es Zwangsprostitution, wenn eine rumänische Familie die Töchter drängt, in Deutschland das Familienauskommen zu verdienen, und wenn diese Mädchen dazu "ja" sagen, weil sie es nicht anders kennen?
Das Nordische Modell ist ein Maßnahmenpaket und besteht aus 5 Punkten:
1. Der Anerkennung der Tatsache, dass Prostitution sexuelle Gewalt gegen Frauen ist und Gleichstellung verhindert.
2. Der völligen Entkriminalisierung der prostitutierten Frau
3. Ausstiegshilfen
4. Der Einführung der Freierbestrafung
5. Aufklärung über Prostitution (z.T. schon in der Schule)
Das Nordische Modell geht gegen die Prostitution vor und nicht gegen Prostituierte. Es beschämt nicht die einzelne Prostituierte, sondern kritisiert, in welchen Strukturen sich Dinge abspielen und verändert diese, statt jede einzelne Frau für die Existenz der Prostitution verantwortlich zu machen, nur weil sie unter bestimmten Umständen vielleicht "ja" gesagt hat.
"Prostitution ist nicht deswegen verkehrt, weil es in ihr Menschenhandel und Zwangsprostitution gibt, sondern weil sie Gewalt an sich ist. Es bedarf eines dringenden Umdenkens, denn eine Gesellschaft, die Prostitution akzeptiert, ist eine Gesellschaft, die Gewalt gegen Frauen akzeptiert", sagt Huschke Mau in ihrem mitreißenden Vortrag (zu sehen auf YouTube: Huschke Mau)
Nächste Woche mit
Stresscoach
Michaela Hofer-Fernbach
Ciao und Baba
bei
"3 min IMK"
Eure
Isabella
Isabella
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