Corona hat uns fest im Griff

Ich dachte nicht, dass sich durch das Covid-19 Virus mein Leben verändern könnte. Die wenigsten dachten daran. Ich habe auch keine Angst vor ihm. Vor einem Virus, der wie ein leichtes Bier mit Zitrone heißt.

Doch nun hat es mich erwischt. Nicht persönlich, aber auf einer anderen Ebene, die mich noch viel härter trifft, denn mein Vater liegt seit vier Wochen in einem Krankenhaus in Wien. Meine Mutter, meine Schwestern und ich hielten abwechselnd Wache bei seinem Bett, denn es stand lange sehr kritisch um seine Gesundheit.

Obwohl es ihm schon etwas besser geht, ist er noch immer nicht ganz über dem Berg und dennoch musste ich am Freitag das Krankenhaus verlassen. Keine Besucher mehr. Niemand!
Es war ein eigenartiges, hilfloses und verzweifeltes Gefühl, dem ich mich ausgesetzt fühlte, als ich einen letzten Blick auf sein Bett warf.

Er nahm es tapfer hin, ließ seinen Gefühlen nicht freien Lauf...
Mir wurde die ganze Tragweite erst richtig bewusst, als ich mich alleine in meinen vier Wänden aufhielt, wo ich den Tränen endlich freien Lauf lassen konnte.
Mein Papa. Verlassen, zurückgelassen,... unvorstellbar.

So traf mich der Virus mitten im Leben, ohne mich angesteckt zu haben. Er machte es heimtückisch, auf andere Weise.

Doch was sich in den letzten Tagen abspielt, birgt auch viel Positives. Die Menschen musizieren zusammen, um sich Hoffnung zu geben. Viele junge Menschen bieten ihre Dienste an, um älteren Menschen  zu helfen und sie nicht in Gefahr zu bringen. Regierungen und Länder ziehen an einem Strang.

Wir dürfen also die Hoffnung nicht aufgeben, unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn wir es so nicht schaffen, zwingt uns eine Pandemie in die Knie und wir denken wieder darüber nach, was wirklich wichtig ist, in unserem Leben....

Ich freue mich, wenn ihr mir positive Gedanken schickt, damit wir unseren Papa, sobald es ihm besser geht, zu uns nach Hause holen können...

Ciao und Baba,
bleibt gesund!

Eure
Isabella

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